Home » Beauty » Aluminium in Nivea-Produkten

Aluminium in Nivea-Produkten

Beauty

Einer Kosmetik-Marke, die es bereits seit 100 Jahren gibt, vertraut man. Schließlich muss sie gut sein, sonst hätte sie sich ja nicht so lange auf dem Markt behaupten können. Und auch die Produkte haben damit einen ordentlichen Vertrauensvorschuss. Aber ist das verdient? Denn gerade bei einer Kosmetikmarke, die seit so langer Zeit schon für ihre Kunden da ist, erwartet man eigentlich gute Inhaltsstoffe, wenig Zusatzstoffe und wenig Künstliches – Stoffe, die eventuell weniger nachhaltig arbeitenden Marken verwenden würde.

Vertrauen oder Kontrolle?

So ist es umso erstaunlicher, was man entdecken muss, wenn man Niveas ältestes Produkt, dem schon unzählige Menschen ihre Haut anvertraut haben, geradezu voll von Inhaltsstoffen ist, die man sich eigentlich eher nicht auf die Haut schmieren würde.
Natürlich ist Nivea keine dezidierte Naturkosmetik-Marke wie beispielsweise Biotherm oder Sebamed. Dennoch verspricht sie ihren Kunden beste Inhaltsstoffe. Dass dazu nach Ansicht der Hersteller auch Paraffine, also Erdölprodukte und auch Aluminium gehören, weiß aber so gut wie niemand. Das kann man keinem vorwerfen – wer liest schon dauernd die Inhaltsangaben auf Produkten.

Paraffin und Aluminium

Paraffinum Liquidum ist die zweite Zutat in der handelsüblichen Niveacreme in der blauen Dose, direkt nach Wasser. Bei Paraffin handelt es sich um ein Nebenprodukt aus der Rohölgewinnung. Es ist wachsartig, brennbar, geruch- und geschmacklos, ungiftig und elektrisch isolierend, wasserabstoßend, man kann es mit Fetten und Wachsen zusammen schmelzen. Zudem ist es sehr günstig in der Herstellung. All das macht es so vielfältig einsetzbar in der Kosmetik: Cremes, Lotionen, sogar Lippenstifte werden mit Paraffinum Liquidum versetzt.

Die Stiftung Warentest äußerte sich zu dem Inhaltsstoff mit folgendem Statement: „Naturkosmetikfirmen verzichten oft auf diesen Inhaltsstoff mit dem Argument, Paraffin würde sich wie ein Film auf die Haut legen und sie am Atmen hindern. Nicht nur die Hersteller herkömmlicher Kosmetik halten dagegen, sondern auch Dermatologen und Kosmetikchemiker: Bei den in Kosmetik eingesetzten Paraffinen und den verwendeten Konzentrationen ist für die Haut nichts Schädliches zu erwarten.“ Allerdings berichten Anwender von paraffinversetzten Cremes durchaus eine Verschlechterung des Hautbildes.

Laut der Zeitschrift Öko-Test sollte man aber definitiv vorsichtig sein bei Hautpflegeprodukten, die mehr als 10 % Paraffin enthalten und wertet Cremes mit einem Gehalt über 10 % im Testergebnis massiv ab. Der Grund ist, dass Produkte mit so hohem Paraffin-Anteil die Austrocknung der Haut fördern und damit die Bildung von Falten begünstigen könnten. „Paraffine, also unzählige künstliche Stoffe aus Erdöl behindern die natürlichen Regulationsmechanismen und können sich in Leber, Niere und Lymphknoten anreichern.“, so Ökotest.

NIVEA-Beiersdorf-cut Mit dem verwendeten Aluminium verhält es sich in der herkömmlichen Nivea-Creme genauso, wie in allen anderen Hautpflegeprodukten. Die Verwendung ist umstritten, die Anreicherung von zu viel Aluminium im Körper gilt als ungesund. Cremt man sich nun dauerhaft mit einer aluminiumhaltigen Lotion ein und bedenkt dabei, welch ein großes Organ die menschliche Haut eigentlich ist, dämmert es schnell: Aluminium (und auch Paraffine) haben in der Hautpflege eigentlich nichts verloren.

Besser also in der Drogerie erstmal die Inhaltsstoffe auf den Produkten studieren und gegebenenfalls lieber ins Regal mit der Naturkosmetik greifen.

Ähnliche Beiträge